Göttlich Wohnen - Wohnen für Gott

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Von Le Corbusier bis Hundertwasser.

  Wohnbau Übungen ist für Architekturstudierende ein Pflichtfach im vierten Semester. Kein anderes Fachgebiet der Architektur ist so umfangreich und genau aufgearbeitet. Zum Thema Wohnbau gibt es ganze Bilbliotheken voll mit Texten, Aufsätzen und wissenschaftlichen Abhandlungen, mit Sammlungen gebauter Beispiele von Menschengedenken an bis heute, mit Berichten von Modellversuchen und gezeichneten Utopien, mit Planungsrichtlinien, Normen, Gesetzen und Durchführungsverordnungen. Achtzig Prozent des gebauten Umraumes ist Wohnbau. Nicht nur Architekten und Städtebauer, sondern auch Philosophen, Politiker, Industrielle, Meinungsforscher, Soziologen, Statistiker und Künstler sehen für sich in der Thematik Wohnen ein wichtiges Forschungs- und Aufgabenfeld. Umfassende Literaturlisten und interdisziplinär zusammenfassende Sekundärliteratur sind in adäquater und ausreichender Form vorhanden.


 

Wohnen kommt von gewohnt sein.

  Wohnen kommt von gewohnt sein. Weit über siebzig Prozent der österreichischen Bevölkerung wünscht sich ein (Einfamilien)Haus im Grünen. Der Bau dieser Art von Eigenheim ist nach Gesundheit, Partnerschaft und Beruf immer noch Top 4 auf einer gereihten Wunschliste. Wir alle wissen, was es bedeutet zu wohnen. Wohnen wird von jedem Menschen individuell interpretiert und erlebt. Der Mensch wohnt täglich (und das von Kindesbeinen an). Das Elternhaus wirkt speziell auch in dieser Hinsicht prägend. Populärwissenschaftliche Abhandlungen und journalistische Betrachtungen führen uns eine ferne oder nahe Geschichte des Wohnbaus vor, spiegeln uns den Stand der Dinge wider bzw. geben uns Einblick in eine mögliche nahe Zukunft der Tradition Wohnen. Printmedien, TV, Film und Internet wecken Sehnsüchte und Bedürfnisse. Tageszeitungen, Livestyle Magazine, Vorabendserien, Musikclips und abendfüllende Hollywoodproduktionen übermitteln dementsprechende Klischees. Fertigteilhausanbieter, Wohnbauträger, Möbelmärkte und Einrichtungsboutiquen liefern dazu die leistbaren aber meist platten Umsetzungen.


 

Wohnen wie Gott in Frankreich.

  Wohnen wie Gott in Frankreich. Wohnbau zu lehren ist im Grunde genommen die einfachste Sache der Welt. Die einzige Regel, die dabei zu beachten ist, lautet, zu vergessen. Das betrifft die Lehrenden gleichermaßen wie die Studierenden. Zu vergessen sind sowohl (Vor)Bilder und (Vor)Schriften der Architekturgeschichte, als auch - und das stellt sich erfahrungsgemäß als besonders schwierig heraus - das Gewohnte im persönlichen Umfeld. Vorerst hat die Art der Aufgabenstellung selbst einen Paradigmenwechsel zu vollziehen. Fragen nach der Architektur von Einfamilienhäusern für dich und mich, von Wohnraum für andere (Menschen), jetzt, in naher oder ferner Zukunft, auf der Erde, im Wasser, in der Luft, am Mond oder irgendwo in einem anderen Sonnensystem, auch die Fragen nach der Wohnform für fremde Gesellschaftsstrukturen oder gar Lebewesen werden letzten Endes immer nur mit Vorhandenem, mit Gewohntem beantwortet. Solche Themenstellungen regen nicht an zu vergessen und sie regen auch nicht auf.


© 2001 02 28