Göttlich Wohnen - Wohnen für Gott

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Das höhere Wesen, das wir meinen.

  Die Studierenden haben neben der Themenstellung Göttlich Wohnen - Wohnen für Gott zunächst nur über die angestrebte Bearbeitungsweise in Teilaufgaben erfahren. Die Aufgabenstellungen waren von den Studierenden unbedingt wörtlich zu nehmen. Als Kommunikationsmedium wurde für alle Teilaufgaben Text, Zeichnung und Modell akzeptiert, als Präsentationsmedium war ausschließlich Video erlaubt. Die erste Teilaufgabe war eine Art Vorarbeit und lautete was ist das CI von Gott oder anders formuliert wie tritt Gott in Erscheinung? Manche Studierende zeichneten mit ihrer Beschreibung ein sehr kritisches Gesellschaftsbild, andere wiederum ein sehr romantisches Gottesbild, wieder andere übermittelten ihren sehr pragmatischen Zugang zu dieser Fragestellung. Wir überprüften und kritisierten die Analysen ausschließlich auf ihre Logik hin. Eine Diskussion über Gott wurde nicht geführt und von uns auch nicht angeregt. In einer Überarbeitungsphase wurden die CIs präzisiert. Die jeweiligen CIs von Gott bildeten die Basis zu allen weiteren Bearbeitungen der Teilaufgaben. Die Inhalte der CIs galten von nun an als unumstößlich und wurden von uns mit Rahmenbedingungen etwaiger Auftraggebers verglichen. Als nächste Vorarbeit hatten die Studierenden das Thema Götterspeise zu bearbeiten. Als Zeitrahmen für die beiden Vorarbeiten bzw. deren Überarbeitung waren insgesamt Acht Wochen einberaumt. Es folgten in ihrer Reihenfolge die Teilaufgaben Götterküche, Abort und Schlafgemach. Die Entwürfe dazu konnten in einem einwöchigen Workshop im Künstlerhaus Wien, als Bestandteil der Ausstellung Fuß in der Tür, Manifeste zum Wohnen erarbeitet werden. Als Schlußaufgabe waren die Funktionen Arbeiten und Wohnen mit den bereits entwickelten Schema und seiner dreidimensionalen Ausformung zu verknüpfen, wobei besonders auf eine dem jeweiligen architektonischen Gesamtkonzept entsprechende Vorgehensweise zu achten war.


 

Kollaboration versus Meisterklasse.

  Für die meisten Studierenden sind die Wohnbau Übungen die erste fachspezifische Entwurfsarbeit in ihrem Studium. Vergleicht man die Arbeiten miteinander, gibt es neben den üblichen Qualitätsunterschieden, ein vor allem durch ihre Heterogenität ausgezeichnetes Ergebnis. Neben den verschiedenen positiven Rückkoppelungen einer funktionierenden Gruppendynamik, wie z.B. Selbstverantwortung und Identifikation, um nur zwei zu nennen und der daraus folgenden Ernsthaftigkeit bei der Bearbeitung der Thematik im Bezug zum Fachgebiet Wohnbau, erachten wir insbesonders auch die erzielte Vielfalt der Arbeiten als einen Gradmesser für den Erfolg der Kollaboration. Architektur kann nie ein Ergebnis von Stilfragen sein, sondern ist vielmehr die Verknüpfung von konzeptioneller Vorgehensweise und überprüfter Nachvollziehbarkeit mit dem Drang, ein vorhandenes Vakuum aufzuspüren bzw. zu erzeugen, um dieses Vakuum dann mit Poesie zu füllen. Computerprojektionen, Screenshots und Videosequenzen werden als Arbeitsbericht eines sechsmonatigen gemeinsamen Forschens im Zuge der Ausstellung Göttlich Wohnen - Wohnen für Gott der Öffentlichkeit präsentiert.


© 2001 02 28